Abel Tasman Coastal Walk

Ich erreichte den Campingplatz in Marahau am südlichen Ende des ‘Abel Tasman Nationalparks’ am Nachmittag. Die Fahrt von Karamea zog sich ziemlich, war aber auch nett azuschauen. Der Campingplatz, sowie das meiste hier im Abel Tasman macht einen cleanen und kommerziellen Eindruck. Weniger rough als noch 2 Tage zuvor der ‘Heaphy Trek’. Die Nacht auf dem Campsite war eher unterdurchschnittlich. Heftigster Lärm von Campingplatz nebenan mit Feuerwerk und bis 2 oder 3 Uhr Nachts hysterischster Stimmung, veranlassten mich meine ‘Ohropax’ reinzustopfen. Weitaus ärgerlicher war, dass 2 Kormorane offenbar Zielübungen mit ihren Exkrementen an meinem Zelt vornahmen. Ich sah die Vögel noch nachmittags im Baum sitzen und dachte noch ‘krass…Kormorane’…als ich dann im Zelt lag und es dunkel wurde, hörte ich das Plätschern auf dem Zelt und dachte irgendwie dauernd es seien Regentropfen vom Baum, die durch den Wind herunterkommen. Kam mir allerdings da schon eher unwahrscheinlich vor. Um 7 stand ich auf und sah bei Tageslicht bereits von innen die Außenseite des Zelts in all seiner Pracht. Über und über mit Kormorankot bedeckt. Ich war erst noch froh als ich aufwafchte, dass es nicht geregnet hat und ich mein Zelt trocken mit auf den Trek nehmen kann und dann sowas. Ich spritzte also, noch schlaftrunken, mein Zelt mit einem Schlauch ab und legte es zum trocknen aus. Naja, um eine weitere Campingerfahrung reicher.

Um 9 Uhr fuhr dann mein Wassertaxi, welches mich zum Ausgangspunkt meiner Dreitagestour bringen sollte, los. Mit drei oder vier weiteren Traktoren, welche die Boote auf Trailern ziehen, fuhren wir zur Einstiegsstelle. Mir wurde ein weiteres mal bewusst, dass ich dabei war den beliebtesten ‘Great Walk’ des Landes zu machen, da einfach alles durchorganisiert war und viele Menschen aller Altersgruppen von A nach B bewegt werden. Wir fuhren dann los und schauten uns zuerst den ‘Split apple rock’ an und eine Seehundkollonie.

Dann ging die Fahrt weiter die Küste herauf gen Norden, wo ich schließlich in Awaroa abgesetzt wurde. Prinzipiell verläuft der Trek entlang der Küste und durch Bushareale zwischen den Campsites und den teureren Hütten. An manchen Stränden stehen aber auch Privathäuser, durchschnittlich für 1 Millionen Dollar zu erwerben. Der Walk verlief sehr schön bei strahlendem Sonnenachein entlang den Traumstränden des Parks. Ich machte immer wieder Stops und lag am Strand in der Sonne. Ein sehr geiler Tag!

Ich erreichte am Nachmittag die ‘Bark Bay’ mit dem dazugehörigen Campsite. Ich baute mein Zelt auf und chillte mich an den Strand und unterhielt mich mit einem Deutschen, der bereits seit einem Jahr in NZ ist. Wir quatschten recht lange bevor der Tag sich dem Ende zuneigte. Am nächsten Tag liefen wir zusammen weiter, leider bei etwas schlechterem Wetter. Nach 4 Stunden erreichten wir den nächsten Campsite und die Sonne kam wieder raus. Perfektes timing…ich baute mein Zelt auf und entspannte noch etwas in der Sonne am Strand. Mein Travelcompanion musste auf einen anderen Campsite, da auf meinem kein Platz mehr war. Am späten Nachmittag begann es heftig zu stürmen und ich verzog mich ins Zelt und las gute 2 Stunden. Am Abend gesellte ich mich zu 2 Schweitzern und einem Amerikaner ans Lagerfeuer. War ein lustiger Abend. In der Nacht hatte ich erstmals ernsthafte Probleme mich im Schlafsack warmzuhalten. Gegen 4:30 Uhr erwachte ich in gefühlter Eiseskälte. Ich hatte früher schon mal bemerkt dass es kurz bevor die Sonne aufgeht sehr kalt wird, aber so krass wie in dieser Nacht war es noch nie. Mein Schlafsack hatte definitif seine Grenze erreicht. Ich wickelte mich mit meiner Regenjacke ein und zog eine lange Unterhose an, was wenig nutzte leider. Mehr oder weniger bis zum Sonnenaufgang lag ich wach und fror. Habe beschlossen mir eine Rettungsdecke zu besorgen für solche Extremfälle. Als die Sonne 10 Minuten aufs Zelt schien wurde es warm und ich konnte vielleicht noch 20 Minuten dösen bevor es zu heiß wurde. Das ist das Campen wie ich es liebe…

Der letzte Tag verlief recht entspannt wandertechnisch. Ich holte meinen Travelkompanion Kevin ab und wir liefen insgesamt 4 Stunden bis zum Startpunkt. Wir belohnten uns mit einem kühlen Bier und einem Burger, bevor wir losfuhren Richtung ‘Golden Bay’. Ich setzte Kevin bei seiner Wwooofing Opportunity ab und fuhr weiter zu meinem wunderschönen Hostel. Hier chille ich nun in der Sonne während ich den Blogeintrag zuende bringe. Es waren sehr interessante, aufregende und anstrengende Tage, welche ich zuletzt erlebt habe. Die Westcoast mit Karamea, dem ‘Heaphy Trek’, dem ‘Abel Tasman’ und jetzt der ‘Golden Bay’. Ich genieße die Reise mit mir allein und erfreue mich daran verschiedenste Menschen auf meinem Weg zu treffen, die alle für sich interessante Geschichten zu erzählen haben.

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Ein Gedanke zu “Abel Tasman Coastal Walk

  1. Hört sich immer mal wieder paradiesisch an!!auch die Fotos!
    Weiterhin viel Freude ,Frieden und gute Begegnungen mit Menschen, dir und deinem Schöpfer!
    Deine Tante..die leider nicht mehr schlafen kann..

    Gefällt mir

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