Via Arthurs Pass to the Westcoast

Seit Dienstag bin ich nun mit einem Mietwagen unterwegs und erkunde den Norden der Südinsel. Mein Flug von Wellington nach Christchurch war kurz, wenn auch etwas holprig, da es nur eine kleine Maschine war.
In Christchurch erwartete mich vergleichsweise warmes Wetter im Vergleich zu Wellington, was mich sehr freute. Ich bekam meinen Mietwagen und startete nach einem Einkauf direkt Richtung Westen. Verlässt man Christchurch in dieser Richtung, erscheinen recht schnell die mächtigen Umrisse der ‘Southern Alps’ am Horizont. Für mich ein herrliches Gefühl, nach langer Zeit mal mit eigenem Auto, frei unterwegs zu sein und mit der entsprechenden Roadmusic den Bergen entgegen zu cruisen. Das Wetter änderte sich mit der Zeit, je näher ich den Bergen kam. Mein Ziel war für diesen Tag ‘Arthurs Pass’, ein wie sich rausstellte, verschlafenes Mountainvillage auf 800 m mit durchschnittlich 200 Regentagen im Jahr. Offenbar erwischte ich einen dieser Tage, was aber für mich Ok war. Ich liebe die Berge und fühlte mich trotz des Wetters guter Dinge. Ich passierte ‘Castle Hill’, ein atemberaubendes Gebiet, in dem hunderte riesiger Felsbrocken verstreut auf den grasigen Hügeln liegen.

Gegen 15 Uhr erreichte ich dann Arthurs Pass. Eingebettet zwischen den Bergen, ein Ausgangspunkt für verschiedene Treks. Ich quartierte mich auf den DOC Campsite, welcher leider direkt zwischen Straße und Bahngleisen liegt, ein. Umzingelt von Sandflies, nervigen kleinen Fliegen, die beißen, baute ich mein Zelt etwas geschützt unter einigen Bäumen auf. Es gab zudem ein Shelter auf dem Campsite, in dem ich mir erstmal einen Tee kochte und mich aufwärmte. Meine Stimmung verschlechterte sich dabei allerdings, da das Wetter mich doch nervte und nach Rücksprache mit der Frau im Visitor Centre, sollte es so bleiben die nächsten Tage. Im Shelter gesellten sich dann ein chilenisches und ein französisches Pärchen hinzu und ein Amerikaner. Wir kamen ins Gespräch und der Amerikaner sagte, er schlafe in einem Hostel am Ende des Ortes, indem außer ihm niemand sonst ist. Etwas absurd, wie ich fand, besonders als er hinzufügte es sei nicht mal eine Rezeption geschweige denn ein Host vor Ort. Es gibt lediglich ein Telefon draußen vor der Tür über welches man direkt mit dem Vermieter in Christchurch verbunden wird. Der Amerikaner namens Evan lud uns alle ein den Abend mit ihm im Hostel zu verbringen. Dies war wieder einmal einer dieser vielen Momente, wo sich eine nervige und trostlose Situation in etwas ganz hervorragendes verwandelt, völlig unvermittelt. Das Hostel namens ‘the sanctuary’ war einfach nur geil. Recht einfach gehalten, ein Schlafraum mit 8 Stockbetten, ein Bad mit durchsichtigem Wellblechdach und ein gemütlicher Wohnbereich mit Küche, Sofas und einem Kamin. Für 23 Dollar ein super Ort und für uns 6 Leute für die nächsten 2 Tage in der Tat unser ‘sanctuary‘. Wir machten den Kamin an und hatten einen witzigen Abend. Ich verbrachte die Nacht dennoch im Zelt, da ich den Campsite schon bezahlt habe und das Zelt bereits stand. Aber ich entschied sofort die nächste Nacht mich im ‘sanctuary‘ einzuquartieren.

Am nächsten Morgen zog ich dann quasi um und war froh darüber. Die anderen trudelten dann auch ein und wir chillten den ganzen Tag, während es draußen regnete im warmen, gemütlichen Wohnraum. Ein neugieriger Kea (das Wort ’neugierig‘ ist unnötig vor das Wort Kea zu setzen eigentlich) beobachtete uns von der Dachrinne aus. Wir schmissen abends Geld zusammen und gönnten uns eine Flasche Whisky, den wir beim Kartenspielen und Musik vertilgten:)

Ich und Evan schliefen dann im Hostel, während die anderen im Van bzw im Zelt schliefen, weil sie das Geld eher sparen wollten. Am nächsten Tag regnete es weniger und wir starteten einen Versuch den Avalanche Peak zu erklimmen, eine Wandertour, die mir von meinen Französischen Hitchhike Freunden Clement und Fanny empfohlen wurde. Es war eine schöne Tour, wenn auch eine Stunde vor dem Gipfel zu neblig, sodass wir umkehren mussten.

Den Abend verbrachten wir wieder mit Kartenspielen allerdings ohne Whisky diesmal…Leider etwas teurer alles in diesem Ort. Da Evan morgens bereits weitergefahren ist, war ich somit der einzige Schlafgast im Hostel für diese Nacht. Ein etwas seltsames Gefühl anfangs. Hatte aber eine ruhige und erholsame Nacht.

Am nächsten Tag machte ich mich mit Mael und Cindy, dem französischen Pärchen auf weiter Richtung Westen. Ich ließ die beiden dann an einer Kreuzung raus, da sie weiter nach Süden trampen wollten, während ich nach Norden wollte. Ich schaute mir die ‘Pancake Rocks’ an und machte einen kurzen 2 Stunden Trek an einem Fluss entlang. Die Landschaft war beeindruckend und wunderschön. Ich finde es einfach Wahnsinn wie schnell sich die Vegetation und die gesamte Landschaft innerhalb kürzester Zeit verändert.

Ich übernachtete auf einem Campingplatz namens ‘Jacks Gasthof’,betrieben von einem deutschen Pärchen. Es gab eine kleine Bar, an der ich mir einige Krombacher genehmigte und abstrakte locals traf. Ich unterhielt mich recht lange mit Ihnen bis die Bar zumachte. Wir saßen dann noch weiter draußen und ich bekam weitere Krombacher angeboten. Wir unterhielten uns sehr lange über die bedrohten Vogelarten Neuseelands und den Umgang mit unerwünschten Nagern. Es gibt diejenigen, die, wenn sie ein Possum auf der Straße sehen, ausweichen und diejenigen, die dies bewusst nicht tun. Ich weiß nicht welche Gruppe die größere ist, aber es liegen echt viele Tote Possums auf der Straße. Am Morgen erwartete mich heftigster Regen und ich baute das Zelt in Rekordgeschwindigkeit ab. Völlig durchnässt fuhr ich die West Obst weiter nach Norden und kam zu meinem nächsten Hostel. Ein wunderschönes Haus, oben auf einem kleinen Hügel mit Blick auf die Tasmansee. Ich hatte ein dreibett dorm für mich alleine und relaxte den Tag über. 


Es war herrlich seine Energie dort aufzuladen und ich fuhr am nächsten Morgen ausgeruht nach Karamea, um den ‘Heaphy Trek’ zu beginnen.

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2 Gedanken zu “Via Arthurs Pass to the Westcoast

  1. Wow… es hört sich alles so gut an. Von unserm Road Trip durch den Westen d. USA kenne ich es, wie sich Landschaften plötzlich verändern. So herrlich. Wäre gerne gerad mit unterwegs. Road Trip und Camping. Nur nur genial 👍😀. Liebe Grüße deine Melli

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  2. Da kommt Freude auf beim Lesen.
    Wie immer der Hammer!!
    Du bist der Hammer und Neuseeland auch!
    Wann kann ich kommen???
    Ich will auch..
    Drücke dich!
    Deine Tante

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