Way South

Die letzten Tage waren äußerst ereignisreich. Nachdem ich aus Ahipara in Richtung Süden aufgebrochen bin um meine Wwoofing opportunity anzutreten, musste ich bereits während der Busfahrt schmerzlich feststellen, dass ich mir bei meiner Surflesson meine rechten Rippen ernster verletzt habe als anfänglich gedacht. Mittlerweile bin ich getapet worden und muss etwas ruhiger machen. Könnte verstaucht oder auch angeknackst sein…:) wird aber besser. Befinde mich zur Zeit in Taupo unweit des ‘Tongariro National Parks’. Das Wetter ist etwas schlechter geworden und ich warte auf die Möglichkeit einen Tagestreck im Park zu machen mit meinem Reisegefährten Björn. Mit ihm bin ich seit 2 Tagen unterwegs. Aber fangen wir lieber vorne an:

Meine erste Wwoofing experience war nicht so toll leider. Hatte ziemlich Probleme mit meinen Rippen, sodass die Arbeit recht schmerzhaft war. Wir stellten Holzkohle her am Donnerstag, indem wir in einem großen Metallbehälter reichlich Holz verbrannten. Meiner pyromanischen Ader kam dies entgegen und es machte trotz Schmerzen Spaß. Leider wurden diese dann Nachts heftiger und ich beschloss die Sache zu beenden. Am nächsten Morgen trieben wir noch zwei Kühe auf eine andere Weide, bevor mich meine Hosts an der nächsten größeren Straße absetzten, von wo aus ich per Anhalter zurück in die Stadt gefahren bin. Ich verbrachte eine Nacht im Hostel und traf ein Pärchen mit dem ich die nächsten zwei Tage zusammen reiste. Sie nahmen mich freundlicherweise mit in ihrem Van und wir fuhren bis auf die Coromandel Peninsula, südöstlich von Auckland. Eine traumhafte Landschaft und ein beliebtes Fischerparadies für die Kiwis. Abends in einem Pub unterhielten wir uns mit 2 Kiwis, die zum Angeln nach Coromandel gekommen sind. Sie gaben uns den Tipp aufjedenfall Muscheln hier machen zu müssen. So kauften wir uns einen Beutel frische Riesenmiesmuscheln am nächsten Tag. Wir fuhren weiter nach Norden an die Spitze der Halbinsel und gingen auf einen abgeschiedenen Campground. Wir machten eine kleine Wanderung entlang der Küste und bereiteten abends die Muscheln am Lagerfeuer zu mit Spaghetti und einer leckeren Tomatensauce. Die rustikale Kochaction dauerte knappe 3 Stunden, das Ergebnis war aber lecker, wenn auch gewöhnungsbedürftig, da die Muscheln so groß waren.

In der Nacht wurden wir um 3 Uhr Nachts vom Campsite evakuiert wegen des Bebens. Ich war vollkommen perplex. Wir schliefen direkt an der Küste, 10 Meter vom Strand entfernt als die Campingmanagerin uns und die drei anderen auf dem recht abgeschiedenen Platz mit Taschenlampen hysterisch aufforderte sofort alles stehen und liegen zu lassen und auf den Hügel zu fliehen. TSUNAMI WARNING!!!! Die Müdigkeit wich der Panik und ich raffte mein Zeug zusammen, schmiss es in den Van und wir fuhren los. Weiche Knie und die kranke Vorstellung, wir werden gleich von einer Riesenwelle erfasst machte sich breit. War dann aber alles halb so wild. Wir befanden uns ja sehr weit im Norden und die Riesenwelle blieb glücklicherweise aus. Da wir auch weder Phone noch Internet coverage hatten, konnten wir auch nichts erfahren. Da waren meine Freunde und Familie besser informiert als ich selbst. Wir unterhielten uns bis jetzt mit einigen locals und man merkt einfach, dass das Thema ‘Erdbeben’ hier immer einen besonderen Nerv trifft. Viele sehen dies sehr ernst verständlicherweise und besonders in Christchurch sitzt dieses Gefühl wohl sehr tief.
Die nächsten Tage trampte ich mit verschiedensten Leuten in Richtung Süden. Unter anderem eine 21 jährige in einem klapprigen Toyota, die sich mit Sack und Pack von Waihi nach Tauranga aufmachte, da ihr Freund für die nächsten 5 Jahre ins Gefängnis muss. Crazy Stories…

Ich traf mich dann mit Björn, den ich eine Woche zuvor in Ahipara kennenlernte in Tauranga. Er schrieb mich an, wo ich sei zur Zeit und ob ich die selbe Richtung ansteuern würde wie er. Es passte also alles super. Habe auf meiner Fahrt hierher mega nette und interessante Menschen kennengelernt, die alle dermaßen hilfsbereit waren. Zusammen mit Björn habe ich mir gestern im strömenden Regen Rotorua angeschaut mit seinen heißen Quellen und den Thermalgebieten. Wir haben eine Tour durch eine der zahlreichen Thermalparks gemacht, wo man sich mit gefühlt tausend Leuten entlang bunten Seen und dampfend brodelnden Matschtümpeln durch den stinkenden Rauch bewegt.

Die ganze Stadt stinkt dermaßen krass nach Schwefel, sodass wir froh waren am Nachmittag weiter nach Taupo gefahren zu sein.

Hier haben wir uns jetzt einquartiert für drei Tage um alles zu ordnen und das ‘tongariro alpine crossing’ zu machen. Außerdem habe ich eine neue Wwoofing Stelle in Aussicht.

Soweit so gut…Viele Eindrücke nach wie vor und viele interessante und nette Menschen auf meinem Weg.

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Way South

  1. Schön von dir zu hören!!
    Hört sich wunderbar und lebendig an.
    Klasse wie du klar kommst.
    Was hast du für Montag geplant 🙂 ??
    Denke an dich ..bis…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s