Cape Reinga

07.11.2016 Ahipara, endless summer lodge, 11:21am
Ja, ich bin wieder in Ahipara und wieder im selben Hostel. Nachdem ich die letzte Woche ‘on the road’ war und ausschließlich im Zelt geschlafen habe, gönne ich mir jetzt 🙂

Von Pahia aus, bin ich mit drei ‘german bois’ weiter nach Norden gefahren. Die drei sind nach ihrem Abi nun hier und machen das, was viele Deutsche in Ihrem Alter eben machen: Neuseeland work and travel.

Da die bois, wie ich sie immer liebevoll nennen durfte, auch zum ‘cape reinga’, dem nördlichsten Punkt Neuseelands aufbrechen wollten, fragte ich Sie am Samstagmorgen, ob sie mich mitnehmen wollen. Auf dem Weg hielten wir in Kerikeri auf einem Markt, wo ich mich mit leckerem Gemüse und Obst eindecken konnte. Außerdem genehmigte ich mir ein ‘oyster po boy’, ein sandwich mit scharfer Soße, coleslaw und fritierten Austern. Köstlichster Snack kann ich nur sagen:)

Auf der langen Fahrt, vorbei an riesigen Schaafweiden, entlang dem Highway I, führte ich die bois in die Grundlagen der ‘folk music’ ein. Nachdem auf mein Nachfragen hin, Ihnen weder ‘The Doors’ noch ‘CCR’ etwas sagten, wurde mein Handy angeschlossen und wir fuhren mit der entsprechenden ‘road music’ gen Norden. Den Namen Bob Dylan kannten sie zwar, aber konnten keine Songs zuordnen. So kamen sie dann auch noch in den Genuss ‘den Meister’ kennenzulernen. Offenbar hatten sie Freude an der Musik und wir kamen schließlich gegen 5 Uhr am Cape an.

Für die Maori ist dieser Ort heilig. In Ihrem Glauben ist dies der Platz an dem die Seelen der Toten ins Jenseits getragen werden. Wo sich der Pazifik und die Tasmansee treffen, kräuselt sich das Wasser und man kann sehen wie die Seelen über den Ozean gleiten. 

Geht man durch dieses Tor, hört man ein gleichmäßiges leises Pfeifen und Grollen hören, was durch den Wind, der durch die Holzkostruktion bläst, entsteht. Dies ist die klangliche Untermauerung der Geschichte und ebenfalls in den Sagen der Maori das Geräusch, welches die Seelen hinterlassen, während sie hindurchgeweht werden.

Mir gefällt diese Sage sehr und es war etwas besonderes an diesem Ort zu stehen.
Wir fuhren dann auf den Campingplatz unweit des Capes, direkt an einer kleinen Bucht gelegen.
Am nächsten Morgen machten wir eine Wanderung vom Campsite zum Cape über einen recht schönen ‘coastal walk’. Es war angenehm sich mal wieder zu verausgaben und ich verbrannte mir die Stirn, nachdem mein Schweiß die Sonnencreme wegspülte:)

Die Sonne ist hier dermaßen stark, dass man echt aufpassen muss. Soweit ich weiß erstreckt sich das Ozonloch u.a. direkt über Neuseeland.

Danach fuhren wir wieder zurück und in mir wuchs der Gedanke mich wieder in die ‘Endless Summer lodge’ einzuquartieren und einige Tage zu relaxen, bevor ich ab Mittwoch meine erste ‘wwoofing opportunity’ antrete. Dies hat sich recht spontan ergeben. Ich werde auf einer kleinen Farm ca. 3 Stunden von hier arbeiten. Die Beschreibung klingt sehr interessant. Uli und Waltraud werden mich beherbergen. Offenbar ursprünglich Deutsche, wobei mir Waltraud gleich schrieb, dass ihr Deutsch schlechter als mein Englisch sei. Die beiden haben einige Ziegen, ‘mini cows’ (besonders gespannt auf die 🙂 und Mini Schweine und leben von ihren eigenen Erträgen. So wie es sich anhört kann ich dort eine gute Zeit haben. Eventuell sogar über meinen Geburstag.
Surflesson

Auf dem Weg zu meiner Surflesson hatte ich eben einen mittelschweren Schock erlitten. Man läuft eine recht lange Straße entlang, um zum Campsite von Ahipara zu gelangen, wo sich die Surfschule befindet. Weit und breit keine Menschenseele nur ich. Ich habe schon von weitem einen braunen Hund erspäht, der mir auf der anderen Straßenseite entgegenkam. Marke Riesenbiest, mehr Bär als Hund. Er machte irgendwie einen aufgebrachten Eindruck und in mir wuchs ein Gefühl der Besorgnis. Als er mich entdeckte raste er auch schon wild bellend auf mich zu und ich konnte mich in letzter Sekunde über einen Holzzaun in einen Vorgarten retten. Meine Versuche wieder herauszuklettern wurden durch seine stetigen Angriffe vereitelt. Ich rief “hello???” “anybody here??”. Glücklicherweise kam der Hausbesitzer und riet mir ich solle einen Stein zur Hand nehmen und bei Bedarf dem ‘dog in his face smash[en]’. Der Vorschlag war mir ziemlich suspekt und ich bat ihn stattdessen ein Auge auf das Biest zu haben, während ich seitlich aus seinem Garten flüchten wollte. Es gelang mir ohne die Aufmerksamkeit des Hundes auf mich zu ziehen und ich ging mit weichen Knien weiter die Straße hinunter, wo ich dann meine erste Surflesson antrat.

Das Surfen war richtig nice. Hat mega Spaß gemacht. Einige male hab ich es auch hinbekommen mich hinzustellen und im Weißwasser zu surfen.

Ist ein geiles Gefühl, sogar schon im hüfthohen Wasser. Aber es ist so dermaßen anstrengend. Das ständige gegen den Sog anlaufen, das Board halbwegs sinnvoll zu bewegen bei Wind und das fiese durchgespült werden, wenn man vom Board fällt, raubt einem die letzten Kräfte. Man steht trotzdem dauernd wieder auf und geht wieder auf die Wellen zu. Habe jetzt schon Muskelkater und befürchte Schlimmes für den morgigen Tag. Morgen muss ich hier früh raus und um 07.30 Uhr den Bus erwischen, um zu meinen Wwoofing hosts zu fahren.

Von dort dann der nächste Beitrag.

Cheers guys 😉

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4 Gedanken zu “Cape Reinga

  1. Einfach cool der Reisebericht, das mit dem Hund ist ja echt krass, und die Kids können kein Bob Dylan 😦

    Weiter gute Reise und viel Spaß
    beim arbeiten 🙂

    Macht Spaß zu lesen !
    LG

    Gefällt mir

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