Ahipara

22.10.16 Endless summer lodge, Ahipara, Northland

Ich sitze gerade auf der Veranda unseres Hostels in Ahipara, wo wir Jana getroffen haben, die hier in einer Surfschule wwooft.Wir kamen hier gestern an, nach einer knapp fünfstündigen Fahrt von Auckland, bei der ich erstmals die neuseeländische Landschaft bestaunen durfte. Verlässt man Auckland und den recht großen “Speckgürtel”, welcher die übersichtliche Metropole umgibt, bekommt man schnell die Schönheit und Vielfalt dieses Landes mit aller Gewalt entgegengeschmettert. Sanfte grüne Hügellandschaften, welche einen unweigerlich an das Auenland denken lassen, wechseln sich ab mit tropisch anmutenden Wäldern, bestehend aus mir völlig unbekannten Pflanzenarten. Der Fahrt auf dem Highway #1 mit lediglich 2 Spuren (die einzige Verbindung zwischen Auckland und dem Norden der Nordinsel) bietet uns eine angenehme Möglichkeit den Blick schweifen zu lassen und sich mehr und mehr mit dem Gedanken anzufreunden hier die nächsten Monate zu verbringen. Wir machten einen Zwischenstopp in Whangarei, der nächsten größeren Stadt im Norden. Ich informierte mich im Tourist Point, wo die Busse von Auckland ankommen, da ich nach Tonga vorhabe alleine nach Whangarei zurückzukehren und von dort meine “Solotour” starten möchte. Mit den nötigen Infos und einem Snack bestehend aus einem “Curry Chicken Pie” und “Eggs Benedict” fuhren wir weiter in Richtung “Tutukaka coast”, einem von der netten Frau im touristenpoint angepriesenen Küstenstreifen, der sehr sehenswert sein sollte. Gerade ins Auto gestiegen begann es zu schütten wie aus Eimern. Wir fuhren eine gute Stunde nach Matapouri, dem Ort an dem ein kleiner coastal walk beginnen sollte. In dem Moment, indem wir das Auto abstellten, hörte es auf zu regnen und die Sonne kam raus. Die kleine Wanderung führte uns von der Matapouri Bay zur Whale Bay, angeblich zwei der schönsten Strände Neuseelands.

Es ist erstaunlich mit welcher Vielfalt und Schönheit sich einem dieser Ort präsentierte. Die Fahrt weiter Richtung Norden dauerte weitere knappe 3 Stunden. Dann kamen wir in unserem wunderschönen Hostel an, der “endless summer lodge”. Wir waren beide sofort völlig geplättet vom Hostel. Stina formulierte es recht treffend als sie sagte, “hier ist ja ALLES gebohnert!”. In der Tat bestand das gesamte interior aus auf Hochglanz polierten Kauriholz (zu diesem Baum später mehr ;)).

Wir verbrachten 2 herrliche Tage in der endless summer lodge. Am Samstag machten wir zu dritt einen Ausflug zum Sandboarden zu einer riesendüne, welche sich entlang der Küste erstreckt. Mit unseren kleinen Bodyboards watschelten wir neben den coolen Surferdudes vorbei (man konnte nur bei lowtide die Düne erreichen). Nach einer Stunde boten uns zwei Neuseeländer an uns in ihrem offroad SUV mitzunehmen. An der Düne angekommen wurde uns schlagartig klar wofür diese vorrangig genutzt wird. Eine Horde von mindestens 20 dudes auf Quads und Bikes wechselten sich damit ab, mit mega speed die Düne hochzurasen bis sie nicht mehr weiterkamen, um dann zu wenden und wieder runter zu fahren. Dies alles in einer wahnsinnigen Geräuschkulisse.


Wir entschieden uns daher die kleinere Düne links daneben zu nehmen und uns nicht völlig zum Schmock zu machen. Da Stina bereits vor 2 Jahren in Neuseeland Sandboarding gemacht hat, sollte sie uns zeigen wie es geht. Wir stapften also die Düne hinauf und Jana und ich befanden uns in erwartungsfroher Haltung den Blick auf Stina und ihr Board gerichtet. Mit einem herzhaften Sprung Kopf voraus – Bauch auf Board – wollte Stina ihren wilden Ritt starten. Das Brett bewegte sich allerdings keinen Zentimeter und Stina lag, mit Ihren Bewegungen etwas an ein gestrandetes Walross erinnernd, auf ihrem Board und die Szene wurde durch das wohlbelkannte gröhlende Gelächter untermauert. Es zeigte sich dass nur zwei der drei Boards für den Sand geeignet waren und so wechselten wir uns ab und hatten Spaß beim runterrasen.Den Abend verbrachten wir bei Jana im Surfcamp und ich konnte einige Bilder vom traumhaften Sonnenuntergang machen. Auch der sich anschließende Nachthimmel war herrlich anzusehen und wir ließen den Abend, wie immer um 21 Uhr todmüde, beim leckeren Vino ausklingen.


Am nächsten Tag fuhren wir zurück nach Auckland mit einem Abstecher in die berühmten Kauriwälder an der Westküste Northlands. Dieser Wald ist das letzte Überbleibsel einer riesigen Kauri Population, welche früher den gesamten Norden Neuseelands bedeckte. Die Bäume wurden vorwiegend wegen ihrem Holz und dem enthaltenen Kautschuk von sog. gumdiggern geschlagen und bis auf eine kleinen Restbestand ausgerottet. Es gibt 2 Pfade durch den Wald, auf denen man zu einigen der Bäumen geführt wird, welche überlebt haben. Der erste führt einen zu “Tane Mahuta” dem “Lord of the Forrest”. Er ist mit knapp 60 Metern der größte Kauri der Welt und der viertgrößte Baum weltweit. Sein Alter wird auf 3000 Jahre geschätzt. Der Anblick war atemberaubend und man fühlte sich in seiner Gegenwart winzig und unwichtig.


Ansonsten gibt es nicht viel zu erzählen. Wir checkten für letzte Nacht in einem recht nervigen Hostel in Auckland ein und schliefen im 4 Bett dorm, um heute morgen zum Flughafen für unseren Urlaub vom Urlaub nach Tonga zu fahren. Dort befinde ich mich gerade und sitze in der Wartehalle während ich diesen Teil der Geschichte  schreibe. Wir mussten nämlich leider aufgrund eines Computerproblems das Flugzeug verlassen und der Abflug verzögert sich bereits satte 3 Stunden…naja wir haben ja Zeit.

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